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Beschluss des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS)

 

Der  Beschluss  609  „Arbeitsschutz  beim  Auftreten  einer  nicht  ausreichend  impfpräventablen humanen  Influenza“  schreibt  den  Beschluss  609  „Arbeitsschutz  beim  Auftreten  von  nicht impfpräventabler  Influenza  unter  besonderer  Berücksichtigung  des  Atemschutzes“  (Ausgabe Dezember 2006) fort und wurde unter Federführung des Koordinierungskreises für Biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in Anwendung des Kooperationsmodells (BArbBl. 6/2003, S. 48) erarbeitet.

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6 Einsatz Persönlicher Schutzausrüstungen

Um die Akzeptanz zur Benutzung Persönlicher Schutzausrüstungen (PSA) zu erhöhen, sind die Beschäftigten bzw. ihre Vertretung vor der Bereitstellung von PSA anzuhören.

6.1 Schutzkleidung und -handschuhe

(1) In Krankenhäusern und Pflegeheimen ist in der Schleuse bzw. im Zimmer des Patienten ein Schutzkittel anzulegen und vor Verlassen des Zimmers dort zu belassen. In Arztpraxen, in denen kein ständiger Kittelwechsel bei der Behandlung von Patienten mit/ohne Influenza-typische/n Symptomen erfolgen kann, sind pro Beschäftigtem zwei Kittel pro Woche anzusetzen. Beim An- und Ausziehen ist darauf zu achten, dass eine Kontamination der Hände vermieden wird. Nach Gebrauch sind die Kittel gesondert aufzubewahren, bis sie zur desinfizierenden Wä-sche gegeben werden. Zu Maßnahmen beim Krankentransport siehe Nummer 7.3. Anforderungen an Schutzkleidung siehe Anlage 3.

(2) Bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten sind nach DIN EN 374 [10] geprüfte Schutz-handschuhe zu verwenden. Hinweis: Zum Tragen allergenarmer medizinischer Einmalhandschuhe siehe Nr. 5.1.2.6.2 Schutzbrillen Schutzbrillen (mindestens Gestellbrillen mit Seitenschutz) sind zu tragen, wenn die Gefahr be-steht, dass Spritzer oder makroskopische Tröpfchen, die Infektionserreger enthalten, auf die Augenschleimhäute gelangen. Das ist der Fall, wenn Tätigkeiten nicht weiter als ein Meter vom Patienten entfernt ausgeübt werden.

6.3 Atemschutz

Neben den Anforderungen an die Händehygiene kommt bei den relevanten Übertragungswe-gen dem Atemschutz eine besondere Rolle zu. Hinweis: Eine Zuordnung verschiedener Tätigkeiten zum Atemschutz ist aus der Tabelle (Anla-ge 1) ersichtlich. Die Eigenschaften von FFP-Masken und MNS sind in Anlage 2 beschrieben.

6.3.1 Verwendung von FFP2- oder FFP3-Masken

In folgenden Fällen sind mindestens FFP2-Masken von den Beschäftigten zu tragen: Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe – ABAS – www.baua.de/abas7 bei der Untersuchung, Behandlung, Pflege und Versorgung von Patienten, die an einem Influenza-Erreger der Risikogruppe 3 erkrankt sind oder die als Verdachtsfall gelten,  bei der Untersuchung, Behandlung, Pflege und Versorgung von Patienten, die an einem Influenza-Erreger der Risikogruppe 2 erkrankt sind oder die als Verdachtsfall gelten, wenn die Patienten keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. FFP3-Masken sind bei Tätigkeiten, bei denen das Husten des Patienten provoziert wird, z.B. während einer Bronchoskopie, Intubation oder beim Absaugen, zu tragen. Beispiele siehe Nummer 7.

6.3.2 Hinweise zum korrekten Sitz von FFP-Masken

Prüfung mit Überdruck: nach dem Anlegen der partikelfiltrierenden Halbmaske ist das Ausa-temventil (sofern vorhanden) zu verschließen. Durch leichtes Ausatmen der Luft entsteht in der Maske ein spürbarer Überdruck. Bei Ausströmen von Luft über den Dichtrand muss die Maske neu angepasst werden. Ist ein Verschließen des Ausatemventils nicht möglich, kann diese Me-thode nicht angewendet werden. Prüfung mit Unterdruck: Die partikelfiltrierende Halbmaske ist mit beiden Händen zu umschlie-ßen. Durch tiefes Einatmen und Anhalten der Luft entsteht in der Maske ein Unterdruck. Bei Einströmen von Luft über den Dichtrand muss die Maske neu angepasst werden. Noch besser geeignet als die oben beschriebenen Prüfungen und deshalb empfohlen wird die Durchführung eines so genannten Fit-Tests, mit dem der Dichtsitz von Masken qualitativ oder quantitativ beim Träger der Maske bestimmt werden kann [21]. Es wird darauf hingewiesen, dass beim Tragen eines Bartes im Bereich der Dichtlinie von Atemschutzgeräten die erwartete Schutzwirkung wegen des schlechten Dichtsitzes nicht zu erreichen ist.

6.3.3 Hinweise zur Tragedauer und Wiederverwendbarkeit von FFP-Masken

FFP-Masken weisen nur einen geringfügig erhöhten Atemwiderstand sowie ein geringes Ge-wicht auf [12]. Sie gehören der Atemschutzgeräte-Gruppe 1 an.1Laut Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge ist bei Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1 erfordern, den Trägern eine arbeitsmedizinische Vorsorgeun-tersuchung anzubieten. FFP-Masken sind aus hygienischen Gründen nach der Benutzung zu entsorgen.

Für den Fall, dass während einer Pandemie FFP-Masken nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und nur die Möglichkeit besteht, auf bereits benutzte Masken zurückzugreifen, können diese ausnahmsweise unter folgenden Bedingungen auch mehrfach, jedoch längstens über eine Arbeitsschicht, eingesetzt werden [siehe auch 15]:

 vor und nach dem Absetzen der Maske sind die Hände zu desinfizieren, Kontaminationen der Innenseite sind zu vermeiden,  die Maske wird nach Gebrauch trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Be-hältern!) und  die Maske wird anschließend vom selben Träger benutzt (der Zugriff durch andere Perso-nen muss ausgeschlossen sein).

1In Einrichtungen des Gesundheitsdienstes ist davon auszugehen, dass sich die Maskenfilter beim Tragen nicht durch Stäube zusetzen, d.h., der Einatemwiderstand bleibt im Normbereich. Im Einzelfall ist eine FFP3-Maske dennoch der Gruppe 2 zuzuordnen, wenn z.B. körperlich schwer gearbeitet wird oder ungünstige klimatische Verhältnisse vorliegen. Diese Fälle sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz festzustellen. Müssen Atemschutzgeräte der Gruppe 2 getragen werden, ist eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach ArbMedVV Pflicht. Für das kurzzeitige Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1 bis 30 Minuten siehe [14].Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe – ABAS – www.baua.de/abas